Bis zum Jahr 1795 befanden sich alle Allendorfer Häuser innerhalb des von einem Graben umgebenen Mauerrings. Der Zugang zur befestigten Stadt war lediglich durch zwei Tore möglich. Dicht an Dicht standen die Häuser der Ackerbürger und Beilieger beieinander. So ist es kein Wunder, wenn bei Ausbruch eines Feuers große Teile der Stadt ein Raub der Flammen wurden. Die alten Aufzeichnungen berichten immer wieder von verheerenden Bränden, so aus dem Jahre 1600, als in der Christnacht große Teile der Stadt abbrannten.
Von besonderer Bedeutung für Allendorf war aber der Brand von 1795, bei dem etwa 2h der Stadt zerstört wurde (Rot gezeichnet). Nach diesem Brand erstelte man erstmalig einen Wiederaufbauplan, der einen Aufbau über die Beschränkung des alten Mauerringes hinaus vorsah. Wohl aus Mangel an Geld wurde der Plan nicht vollständig ausgeführt. Etliche Bürger erbauten ihre Hausstätten außerhalb der Mauern, was eine Auflockerung des Stadtbildes bewirkte.
Bei dem Brand von 1804 wurde lediglich eine Häuserreihe im Kötterhahn (Blau gezeichnet) zerstört. Auch in diesem Fall errichtete man überzählige Häuser außerhalb der Mauern neu. Eine weitere, wesentliche Veränderung des Ortsbildes verursachte der Brand der Halmesreihe 1848 (Grün gezeichnet). Von den 17 Häusern in diesem Bereich wurden nur acht an dieser Stelle wieder errichtet. Die anderen Häuser entstanden an anderen Standorten neu.
